Tuscany Trail 2019 – Bikepacking Setup für die Toskana

Der Tuscany Trail ist „der Klassiker“ unter den Bikepacking Events in Europa und erfreute sich auch 2019 weiter wachsenden Beliebtheit. Ich habe mich in diesem Jahr zusammen mit mehr als 700 Teilnehmern auf dieses Bikepacking Abenteuer durch die Toskana begeben. Was ich dafür im Gepäck hatte findest Du hier im Blog.

Hinweis: Ergänzung der Ausrüstung sind mit einem (+) in der ersten Tabellenspalte und jeweils kursiv in der zweiten Spalte gekennzeichnet.

Der Tuscany Trail

Die Strecke des Tuscany Trail führt über etwa 550 Kilometer vom Start in Massa Richtung Süden zum Ziel nach Capalbio. Auf dem Weg warten 9.200 HM und es geht über gemischtes Terrain. Die meisten Teilnehmer dürften die Stecke in vier bis sechs Tagen bewältigen. Das Klima ist mediterran und das Thermometer steigt auch Anfang Juni schon auf über 30 Grad.

Die ganze Veranstaltung ist „unsupported“ und jeder Teilnehmer insbesondere für seine Versorgung selbst verantwortlich. Das ist in der Toskana mehr als unproblematisch und macht vielmehr – neben der herrlichen Landschaft – auch den Reiz aus: Die vielen Dörfer und Städtchen entlang der Weges laden stets zum Verweilen und Genießen ein.

Das Grundlegende: #JA! #NEIN! #VIELLEICHT?!

  • Wasser ist bei den hohen Temperaturen wichtig und ich habe täglich 3 bis 5 Liter verbraucht – zum Trinken und Abkühlen. Dafür sind jedoch 2 oder 3 Trinkflaschen (insgesamt ca. 2 Liter) ausreichend, die regelmäßig nachgefüllt werden können.
  • Die Kochausrüstung kann getrost zu Hause bleiben, da es unterwegs allerorts genügend Verpflegungsmöglichkeiten gibt.
  • Ein Zelt ist keine Pflicht, der Biwaksack das spart Gewicht und Zeit (beim Auf- und Abbau). Zusätzlich gibt es für den Notfall oder alle, die etwas mehr Komfort wollen, auch genügend Pensionen/BnBs zum übernachten.
  • Einen Spot Tracker habe ich hier und da bei Teilnehmern gesehen – ist für mich aber kein Muss und ich hatte auch keinen dabei. Du bist nicht fernab der Zivilisation, Handyempfang selten ein Problem und wer nicht der letzte ist, wird häufig zügig von anderen Fahrern gefunden – da muss schon einiges passieren, dass der SPOT das letzte Mittel ist.

Das Bike

Mein Bombtrack Beyond 1 hat mich super über Stock und Stein, Straßen, Sand und Feldwege geführt. Gerade bei den teilweise sehr technischen Single Trail Passagen rollt das stählerne Schlachtross einiges weg! Das Gesamtgewicht lag bei 23,5 kg (ohne Wasser) und für mich vollkommen im grünen Bereich.

Gleichzeitig war im Teilnehmerfeld ALLES an Bikes zu sehen: Vom Fixie über’s Fully bis hin zum Tandem (!!) oder einfachen Trekking Rad mit Anhänger – es geht und ist nur eine Frage des Komforts und der Reisegeschwindigkeit.

Fully loaded – Bombtrack Beyond 1

Bikepacking Bags

Die erste große Tour mit Apidura (bisher Ortlieb) hat einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen: Während Qualität und Haltbarkeit für mich außer Frage stehen, machen die Details Spaß. Beispielsweise der Saddle Pack lässt sich komfortabler packen als das Pendant von Ortlieb und der Reißverschluss am Frame Pack macht (für einen Rechtshänder) auf der rechten Seite einfach mehr Sinn als links.

SatteltascheApidura Expedition Saddle Pack 14L
RahmentascheApidura Expedition Compact Frame Pack 5.3L
LenkertascheApidura Expedition Handlebar Pack 9L
OberrohrtascheApidura Backcountry Top Tube Pack 1.0L
Pouch Bag2 Apidura Backcountry Food Pouch Plus
Gabelhalterung2x Apidura Expedition Fork Pack
Flaschenhalter2x Salsa Side Entry (2x 0.7L Flaschen)
FahrradrucksackSea-to-Summit Ultra-Sil Day Pack 20l (Backup)

Camping

Die erste Tour mit Bivy statt Zelt und die Erwartungen absolut erfüllt: Schneller zu packen und für diese Bikepacking Abenteuer komfortabel genug.

Die Isomatte hatte ich wieder eher vorsorglich dabei, falls es der Untergrund wirklich mal erforderlich macht – benutzt habe ich sie nicht, ist aber Geschmacksache.

BiwaksackMammut Biwaksack Grevling EMT Bison
IsomatteThermarest NeoAir XLite
Thermarest NeoAir Pump Sack
SchlafsackWestern Mountaineering UltraLite
Frilufts Silk Blanket Liner
Campen mit dem Bivy

Bikewear

Meine persönliche Vorliebe: Morgens in eine trockenes Trikot schlüpfen und keine feuchten Socken anziehen müssen. Daher nehme ich beides immer doppelt mit und trage bzw. trockne im Wechsel 🙂

TrikotTuscany Trail Official Jersey, Cosmic Gradiant Jersey
BibshortsEndura Bib Shorts
BikeshortsFjällräven High Coast Zip-Off Trousers
Arm-/BeinlingGripGrab Arm & Leg Warmers (Light)
Socken2x Mavic Cosmic Graphic Socken 
SchuheShimano SH-XC5, FlipFlops
IsolationsjackeArc’teryx LT Hoody
WindjackeGore Bike Wear GWS Jacket
Helm & CapMavic Cosmic Pro, Tuscany Trail Offical Cap
ShirtsIcebreaker Merino Shirt lang & kurz
ShortsAdidas Shorts

Tools & Parts

Was würde ich anders machen? TUBELESS! Zweimal Schlauch wechseln und 50 Kilometer auf einem halb platten Hinterreifen haben mich nun endgültig überzeugt.

Außerdem sind die gute, alte Analog-Luftpumpe und ein Ventiladapter (für die Tankstelle) nachträglich auf die Packliste gekommen. Der Versuch, sich nur auf C02 zu verlassen, war nicht erfolgreich.

Flickzeug2x Ersatzschlauch
br basic Smart Kit, Mantelheber
Luftpumpe (+)fabric CO2 Pump
Lezyne Road Drive Pump Small
Multi-ToolLezyne CRV 20 Multitool
ErsatzteileBombtrack Schaltauge, Kettenschloss
Hilfsmittel (+)Kabelbinder, Gorilla Tape, Kettenöl, Ventiladapter
SchlossHiplok Z LOK Zip Tie
Nach drei Kilometern der erste Plattfuss… Tubeless – here I come!

Gadgets

BeleuchtungLupine SL A7 (Front)
Cube 25 (Rear)
Petzl Antik Core Stirnlampe
SmartphoneiPhone SE 128 GB, Apple EarPhones
NavigationWahoo ELEMNT
FotoSony RX100 M3
SD Karte (32 GB)
VideoGoPro Hero 6
MicroSD Karte (32 GB)
2x GoPro Ersatzakkus
AufladenAnker PowerCore 20.100 mAh
iPad Charger (2.4A)
Micro USB & Thunderbolt Kabel
Für alle FälleTaschenmesser, Outdoor Besteck,
Feuerzeug, Zipper Bag (für Müll)

Hygiene & Erste Hilfe

Manche Dinge hat man immer dabei in der Hoffnung, sie nicht zu benötigen – so auch das First Aid Kit. Tatsächlich habe ich es diesmal auch benutzt, nicht für mich selbst, sondern um die Blessuren eines anderen Teilnehmers nach eine Sturz provisorisch zu versorgen. Kein Zweifel, Erste Hilfe gehört immer ins Gepäck!

KörperpflegeZahnbürste & Zahnpasta
HygieneDesinfektionsgel, Toilettenpapier
Schutz (+)Sonnenschutz, Insektenschutz
Handtuchkleines Outdoor Handtuch
First Aid KitMcKinley First Aid Kit

Mein Fazit

Insgesamt war ich super zufrieden mit dem Bike und meinem Setup. Ich habe nur wenige Kleinigkeiten entdeckt, die ich anders machen würde und auch werde. Definitiv hat die Erfahrung bei Tuscany Trail mich überzeugt, nun auch auf Tubeless umzusteigen.

Für Fragen und Anregungen schreibe gerne einen Kommentar!

Im nächsten Blog Post geht es dann weniger um das Setup und mehr um das „Erlebnis“ Tuscany Trail.

9 Gedanken zu „Tuscany Trail 2019 – Bikepacking Setup für die Toskana

  1. Hallo Benjamin, dein Bericht hat mich überzeugt .. Bin grad am überlegen, ob ich mich beim TT anmelden soll. Habe allerdings nur 4 Tage Zeit (beruflich bedingt) und einen 5. Tag für die Rückreise, also könnte ich theoretisch 4 1/2 Tage … Weiß nicht, ob das machbar ist. Deine Packliste ist praktisch. Bereite mir eine solche auch bei jedem längeren Event vor. Bin bisher aber nie mit Bivy unterwegs gewesen und bei der einzigen Nacht im Freien (bei der ThreePeaks Bike Race Wien-Barcelona) nur mit Notfall Thermo Rettungsdecke (fehlt bei dir) eingewickelt war krass … Meine Frage: Der Mammut Bivacksack ist der atmungsaktiv?

    1. Hi Gabi, vielen Dank, das freut mich sehr! Den Trail in 4 1/2 Tagen zu absolvieren, ist auf jeden Fall machbar und in etwa so lange habe war ich auch unterwegs. Natürlich ist das auch immer eine Frage des Trainingszustands – da Du ja schon Events gefahren bist, wird das schon passen. Der Bivy, den ich dabei hatte, ist atmungsaktiv, da er auch nur auf der Unterseite aus einem wasserfesten Material besteht – also wirklich ein „Schön-Wetter-Bivy“. Das ist für die Region und Jahreszeit (je nach Wettervorhersage) absolut okay. Eine Nacht in der Notfall Rettungsdecke ist heftig… die habe ich natürlich auch mit dabei (noch nie gebraucht) und liegt bei mir im First Aid Kid. Werde ich aber nochmal ergänzen, sodass es deutlich wird 🙂 Falls Du noch mehr Fragen hast, gerne her damit! Viele Grüße, Benjamin

  2. Danke für deine Antwort. Noch was: Ich fahre sowohl bei RR als auch bei Gravelrad und MTB schon lange tubeless. Wunderbare Sache, bei kleinen Löchern zischt es ein wenig raus, aber dichtet gleich mal. ABER: Wenn dir mal die Luft ganz rausgeht und der Reifen von der Felge springt ist es mit den Minipumpen nicht möglich wieder Luft in das Ding zu bekommen. Dann musst du halt das bisschen Milch rauswischen und einen Schlauch einlegen. (Was für mich schon eine Schwierigkeit ist, da ich den Reifen oft nicht mehr in das Felgenbett reinkriege … anscheinend geht es mit ein wenig Seifenwasser leichter).
    Was sagst du zu Tuscany Trail + Gravelrad???
    LG Gabi
    PS: Mein Blog: https://gabiwinck.wordpress.com/ (Die Seiten sind recht einfach .. free Version… deine finde ich wirklich gelungen, baust du sie mit Elementor auf?)

    1. Super gerne! Tubeless steht (immer noch) auf meiner Liste… 2020 probier ich’s aus 😉 Hat wohl beides seine Vor- und Nachteile und immer wenn ich gerade drauf und dran bin, kommt wieder eine/r und Geschichten, was nicht funktioniert… Gravelrad geht auf jeden Fall! Man sieht schon viel MTB und es gibt Trail, da hast Du mit dem Fully mehr Spaß als auf dem Gravel – aber Franzi von Tales on Tyres ist 2019 Gravel mit 32 mm Reifen gefahren! Geht alles und ich war mit 2,1″ sehr zufrieden. Hab mal in deinen Blog rein geschaut und bin schwer beeindruckt, was Du schon alles getrieben hast… da ist das Layout Nebensache 😀 Ich habe auch mit der Free Version angefangen und mittlerweile bastle ich mit dem Elementor, was schon super angenehm ist – nur zum Schreiben komme ich zu selten… hier liegt noch so viel Material auf dem Hof.

      1. Danke, ich werde sicher bis Mai noch x-mal hin- und herüberlegen … hängt vielleicht auch vom Wetter ab. Sollte Schlechtwetter angesagt sein oder es davor geregnet haben, werde ich eher zum MTB greifen …
        Elementor eine supersache!! Habe in den letzten Wochen mit WP und Elementor Pro unsere Schulwebsite (die ist sozusagen ein Ein-Frau-Betrieb) aufgebaut. GlG aus dem winterlich kalten Südtirol

  3. Hi Benjamin!
    Bin für 2020 fürs erste Mal angemeldet. Wollte dich fragen, wie das mit dem Übernachten und Bike–Diebstahl ist. Sollte man da sein Rad gut neben sich absperren, oder ist die Gefahr nicht so groß? Hab da so meine Erfahrungen in Italien gemacht, zwar nicht bei Bikepacking, aber könnte mir vorstellen, dass da bei 800 Radlern schon ein paar Panzerknacker Stellung halten. Ebenso mit dem Auto abstellen für eine Woche in Massa. Gibt es da sichere Parkplätze? Überlege ob ich mit Auto oder Flugzeug anreisen soll… danke vorab mal für Infos 🙂
    Beste Grüße, Rainer

    1. Hi Rainer! Sehr schön, da kannst Du dich auf jeden Fall auf eine tolle Veranstaltung freuen! Ich bin mit dem Auto angereist und habe es direkt am Sportplatz in Massa, wo die Registrierung und das Briefing stattfinden (und auch viele Teilnehmer die Nacht vor dem Start campen) abgestellt, so wie einige andere auch. Das war alles problemlos und wenn ich es richtig erinnere, war dort auch über Nacht das Gelände abgeschlossen. Würde ich wieder so machen. Von Panzerknackern habe ich nichts mitbekommen und habe das Rad auch über Nacht (1x Camping Platz, 1x Pension und 2x im Grünen) sind speziell gesichert – ein (kleines) Schloss dabei zu haben schadet auf jede Fall nicht, aber besondere Risiken habe ich nicht wahrgenommen bzw. auch von anderen Teilnehmern mitbekommen. Beste Grüße und viel Vorfreude, Benjamin

  4. Hi Benjamin! Vielen Dank! Das ist beruhigend zu hören. Freue mich schon sehr darauf und hab nun ein paar Sorgen weniger 🙂 beste Grüße , Rainer

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